Über die Suche nach alten Gemüsesorten in der ehemaligen Gärtnerstadt Ulm

Die Suche nach alten Gemüsesorten in der ehemaligen Gärtnersstadt Ulm wurde durch die großzügige Spende der Staudengärtnerei Gaißmayer, Illertissen, ermöglicht. Ausgangspunkt für die Sortensuche war eine Sortenliste, welche den Namen „Ulm“ beinhaltet sowie eine Liste ehemaliger und noch aktiver Gemüsegärtner. „Ulmer Süßholz“, „Ulmer Spargel“ etc., sind Beispiele hierfür.

Vier Gemüsegärtner in Söflingen, Grimmelfingen und Wiblingen vermehren noch heute die alte Gemüsesorte „Söflinger (rote) Zwiebel“ (siehe Bild). Diese Sorte ist eine sehr gut lagerfähige, rote, halbrunde Zwiebel, die relativ mild im Geschmack ist. Außerdem wird die Sorte „Schnatterla“, eine Winterheckenzwiebel-Linie, angebaut, welche ebenfalls seit Generationen von zwei Gärtnern vermehrt wird. Der als „Söflinger Rettich“ bekannte Rettich, entpuppte sich als die bekannte Sorte „Ostergruß“.

Die Suche nach „Ulmer“-Sorten in alten Samenkatalogen und Büchern brachte weitere Sorten zu Tage. Die Suche nach diesen Sorten in den Genbanken weltweit ergab drei Treffer:

  • Kohl „Ulm“ – Genbank Großbritannien – evt. Filderkraut (= „Ulmer Spitz“)
  • Weißkohl „Early round (solid Ulm)“ – Genbank USA
  • „Ulmer Wirsing“  – Genbank Schweden

Bei verschiedenen Organisationen konnten ebenfalls drei Sorten aufgetan werden:

  • Mai- und Herbstrüben: Ulmer Ochsenhörner (Dreschflegel GbR)
  • Dunkelrote Braunschweiger Zwieben = Ulmer Zwiebel (Handel)
  • Langenauer Bohne: Stangenbohne (VEN, Queerbeet, Alblinsen-Förderverein für alte Kulturpflanzen auf der Schwäbischen Alb e.V.)

Des Weiteren wurde eine alte Grünspargelsorte (vermutlich „Ulmer Spargel“) gefunden, sowie eine uralte Rhabarbersorte aus Ulm.

In Summe sind von über 100 „Ulmer“ Sorten noch ca. 80 Sorten verschollen!

Quelle: Diese Informationen wurden uns freundlicher Weise von Wolfgang Hundbiss vom Museum der Gartenkultur, Illertissen zur Verfügung gestellt

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