Api étoilé - Finissage im Gartensaal

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Die Kooperation zwischen der Villa Merkel und dem Freilichtmuseum Beuren endete am 15.08.2021 mit einem besonderen Highlight. Die Besucherinnen und Besucher der Finissage verkosteten bei der kulinarischen Bestimmungsübung im Freilichtmuseum ein Drei-Gänge-Menü das von Slow-Food-Experten speziell für diesen Anlass aus alten Sorten zubereitet wurde. Zum Bohnensalat in Tomatenvinaigrette, gefüllten Kartoffeln mit Pimpinelle und gerösteten Ackerbohnen mit einem Gemüse-Ziegenkäsegratin und einem Beerenallerei mit Buchweizen Mandelcrêpes wurden passende Weine vom Winzer Helmut Dolde gereicht. Für die Zubereitung der vielfältigen Kulturpflanzen waren der ausgebildete Koch und Ernährungswissenschaftler Jürgen Autenrieth und der Dekan der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, Prof. Roman Lenz zuständig.

Neben dem kulinarischen Genuss wurde am Beispiel von Bohnen, Hintergrundwissen über alte Obst- und Gemüsesorten vermittelt. Um ihren reinen Geschmack zu erfahren, konnten die Bohnensorten „Blaue Hilde“, „Hagnauer Rote“ und „Nürtinger Hockerbohne“ im gekochten aber ungewürzten Zustand probiert werden. Dazu gab es Tipps wie die Bohne durch eine entsprechende Ziehzeit im Wasser verträglicher zubereitet werden kann. In diesem Zusammenhang stellte Prof. Roman Lenz als Sprecher des Vereins Genbänkle das Netzwerk der Sortenrettung und Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt vor.

Im abschließenden Gespräch reflektierten die Künstlerin Gabriela Oberkofler, die Leiterin des Freilichtmuseums, Steffi Cornelius, und der Leiter der Villa Merkel, Andreas Baur, die geglückte Zusammenarbeit. Durch die Kollaboration konnten kunstbegeisterte Besucherinnen und Besucher der Villa Merkel für einen Ausflug ins Freilichtmuseum Beuren begeistert werden und umgekehrt wurden die Gäste des Freilichtmuseums zum Besuch der Kunstgalerie inspiriert.

Das Werk von Gabriela Oberkofler entpuppte sich wie erhofft als perfektes Bindeglied zwischen der historischen und künstlerischen Vermittlung. Während das Erlebniss.Genuss.Zentrum für regionale Sorten im Freilichtmuseum Beuren die Geschichte der Kulturpflanzen veranschaulicht, sucht Gabriela Oberkofler den künstlerischen Zugang zur Sortenvielfalt. Die italienisch-deutsche Künstlerin zeigte in Ihrer Schau "Api étoilé / Ein wachsendes Archiv" in Esslingen eine Mischung aus Videos, Zeichnungen und Installationen. Für das Videoprojekt interviewte sie Menschen aus den Bereichen Landwirtschaft, Saatgut und Wissenschaft über den Erhalt alter Sorten. Ihre kleinteiligen Tuschezeichnungen thematisieren das kulturelle Verhältnis des Menschen zur Natur. Durch eine darstellende Zerteilung der Pflanze in ihre Einzelteile erfolgt eine De-Konstruktion, die zu neuen Formen und Bildern führt. Die Installation des Samenarchivs wird die Künstlerin im kommenden Frühjahr seinem praktischen Sinn zuführen und die vielfältigen Samen in den Gärten ihres Bauernhofs im Südtirol aussäen.

 


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